Während die meisten Thailand-Reisenden sich in Bangkok verlieren oder direkt zu den Inseln im Süden weiterziehen, wartet nur 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt eine der faszinierendsten historischen Stätten Südostasiens darauf, entdeckt zu werden. Ayutthaya, die ehemalige Hauptstadt des siamesischen Königreichs, ist im Dezember ein absolutes Traumziel für Gruppen von Freunden, die Kultur, Geschichte und authentische thailändische Atmosphäre erleben möchten – und das ohne das übliche touristische Gedränge und zu einem Bruchteil der Kosten anderer asiatischer Metropolen.
Der Dezember ist die perfekte Zeit für einen Besuch in dieser UNESCO-Welterbestätte. Die Regenzeit ist vorbei, die Temperaturen bewegen sich angenehm zwischen 20 und 30 Grad, und die Luftfeuchtigkeit ist deutlich erträglicher als in den folgenden Monaten. Die historischen Ruinen erstrahlen in sattem Grün, während der Himmel meist strahlend blau leuchtet – ideale Bedingungen für ausgedehnte Erkundungstouren auf zwei Rädern.
Eine versunkene Metropole erwacht zum Leben
Ayutthaya war einst eine der glanzvollsten Städte der Welt, ein kosmopolitisches Handelszentrum, das zeitweise über eine Million Einwohner zählte. Heute ragen die Überreste hunderter Tempel und Paläste aus der flachen Landschaft und erzählen von einer vergangenen Pracht, die 1767 durch die birmanische Invasion ein jähes Ende fand. Was bleibt, ist ein riesiger archäologischer Park, der sich perfekt für mehrtägige Erkundungen eignet.
Das Besondere an Ayutthaya ist die schiere Anzahl und Vielfalt der Ruinen. Über 400 Tempelanlagen verteilen sich auf einer Insel, die von drei Flüssen umschlossen wird. Jeder Tempel hat seinen eigenen Charakter: Manche türmen sich als imposante Prangs in den Himmel, andere liegen halb verborgen unter Wurzeln jahrhundertealter Bäume. Der berühmteste Anblick ist zweifellos der steinerne Buddha-Kopf, der vollständig von den Wurzeln eines Banyan-Baums umschlossen wurde – ein Symbol für die Kraft der Natur und den Lauf der Zeit.
Unterwegs in der historischen Stadt
Die beste Art, Ayutthaya zu erkunden, ist zweifellos das Fahrrad. Unzählige kleine Verleihstationen bieten einfache Räder für umgerechnet etwa 1,50 bis 2 Euro pro Tag an. Für Gruppen ist das nicht nur die günstigste, sondern auch die flexibelste Option. Man kann in seinem eigenen Tempo von Tempel zu Tempel radeln, spontane Pausen einlegen und auch die weniger bekannten Ecken der Insel entdecken, die in keinem Reiseführer stehen.
Wer es etwas bequemer mag, kann auch Motorroller mieten – allerdings sollte mindestens ein Gruppenmitglied Erfahrung damit haben. Die Kosten liegen bei etwa 5 bis 7 Euro pro Tag. Eine weitere charmante Alternative sind die traditionellen Tuk-Tuks, die für Tagestouren angeheuert werden können. Für eine Gruppe von vier Personen zahlt man etwa 15 bis 20 Euro für einen ganzen Tag inklusive Fahrer, der die wichtigsten Sehenswürdigkeiten anfährt und als spontaner Reiseführer fungiert.
Die Highlights gezielt angehen
Eine kluge Strategie für mehrere Tage in Ayutthaya besteht darin, den offiziellen historischen Park (Eintritt etwa 7 Euro für ein Kombiticket zu den Haupttempeln) am frühen Morgen oder späten Nachmittag zu besuchen, wenn die Temperaturen angenehmer und die wenigen Touristenbusse bereits abgereist sind. Die großen Tempelanlagen wie Wat Mahathat, Wat Phra Si Sanphet und Wat Ratchaburana liegen nahe beieinander und lassen sich gut kombinieren.
Der zweite Tag sollte den außerhalb der Hauptzone liegenden Tempeln gewidmet sein. Wat Chai Watthanaram am westlichen Flussufer ist besonders bei Sonnenuntergang spektakulär – die Silhouette der Prangs vor dem orangefarbenen Himmel ergibt Postkartenmotive ohne Ende. Wat Yai Chai Mongkhon mit seiner beeindruckenden liegenden Buddha-Statue liegt südöstlich und ist von deutlich weniger Besuchern frequentiert. Hier kann man in aller Ruhe zwischen den Chedis umherwandern und die Atmosphäre auf sich wirken lassen.
Kulinarische Entdeckungen zum kleinen Preis
Ayutthaya ist nicht nur für Geschichte bekannt, sondern auch für seine spezifische Küchentradition. Die Stadt liegt an wichtigen Wasserstraßen, wodurch sich eine einzigartige Mischung aus verschiedenen regionalen Kochstilen entwickelt hat. Am Abend erwacht entlang des Flussufers ein Nachtmarkt zum Leben, an dem sich Einheimische und wenige Reisende für umgerechnet 2 bis 3 Euro den Bauch vollschlagen können.

Besonders empfehlenswert sind die schwimmenden Garküchen am Chao Phraya River – kleine Boote, die direkt am Ufer anlegen und frisch zubereitete Gerichte verkaufen. Hier bekommt man authentische Pad Thai, würzige Suppen und gegrillte Flussfische zu Preisen, die selbst für thailändische Verhältnisse erstaunlich günstig sind. Eine volle Mahlzeit kostet selten mehr als 1,50 Euro. Für Gruppen lohnt es sich, verschiedene Gerichte zu bestellen und gemeinsam zu teilen – so kann man deutlich mehr von der lokalen Küche probieren.
Ein kulinarisches Highlight, das man nicht verpassen sollte, ist Roti Sai Mai – eine lokale Süßigkeit aus hauchdünnen Zuckerfäden, die in dünne Teigfladen eingewickelt werden. Die Stände rund um die Tempelanlagen verkaufen diese traditionelle Spezialität für etwa 1 Euro pro Portion.
Übernachten ohne das Budget zu sprengen
Die Unterkunftssituation in Ayutthaya ist für Reisende mit begrenztem Budget geradezu ideal. Einfache Gästehäuser mit Mehrbettzimmern oder günstigen Doppelzimmern gibt es überall auf der Insel, besonders konzentriert im nordöstlichen Bereich nahe der Hauptbahnlinie. Ein Bett im Schlafsaal kostet zwischen 5 und 8 Euro, während einfache private Zimmer für 12 bis 18 Euro zu haben sind.
Für Gruppen lohnt es sich, nach größeren Zimmern oder kleinen Bungalows Ausschau zu halten. Viele Familienbetriebe bieten Räume an, die bequem drei oder vier Personen unterbringen können – geteilt durch die Anzahl der Reisenden kommt man so auf 5 bis 7 Euro pro Nacht und Person. Die meisten dieser Unterkünfte verfügen über eine grundlegende Ausstattung: Ventilator oder Klimaanlage, privates Bad und kostenloses WLAN. Oft gibt es auch einen gemeinsamen Aufenthaltsbereich, wo man andere Reisende treffen und Tipps austauschen kann.
Flussabenteuer und unerwartete Perspektiven
Ein absolutes Muss in Ayutthaya ist eine Bootstour rund um die Insel. Die langen Schwanzboote legen an verschiedenen Anlegestellen ab und bieten einstündige Rundfahrten für etwa 3 bis 4 Euro pro Person an. Vom Wasser aus eröffnen sich völlig neue Perspektiven auf die Tempelanlagen, und man bekommt einen Eindruck davon, wie zentral die Flüsse für das historische Ayutthaya waren.
Besonders im Dezember, wenn das Wasser nach der Regenzeit noch hoch steht, ist diese Erfahrung unvergesslich. Man gleitet vorbei an traditionellen Stelzenhäusern, beobachtet Fischer bei ihrer täglichen Arbeit und sieht Mönche in ihren safranfarbenen Roben über schmale Holzstege zu abgelegenen Tempeln wandern. Für Gruppen gibt es auch die Möglichkeit, ein ganzes Boot für mehrere Stunden zu chartern – das kostet etwa 20 bis 30 Euro und ermöglicht individuelle Stopps an weniger bekannten Orten.
Praktische Hinweise für die Anreise
Von Bangkok aus ist Ayutthaya problemlos zu erreichen. Die preiswerteste Option ist der Zug vom Hua Lamphong Bahnhof oder vom neueren Bang Sue Grand Station, der je nach Klasse zwischen 0,50 und 2 Euro kostet und etwa 90 Minuten benötigt. Die Züge fahren mehrmals täglich, und die Fahrt selbst ist bereits ein Erlebnis – man rollt durch grüne Reisfelder und kleine Dörfer, während Händler durch die Waggons ziehen und Snacks anbieten.
Minivans sind etwas teurer (etwa 3 bis 4 Euro) und deutlich schneller, aber auch wesentlich unbequemer, besonders für längere Strecken mit Gepäck. Für Gruppen kann sich ein geteiltes Taxi lohnen, das bei etwa 30 bis 40 Euro für die gesamte Fahrt liegt – aufgeteilt auf vier oder fünf Personen ist das durchaus konkurrenzfähig und bietet maximale Flexibilität bei Abfahrtszeit und Gepäckmenge.
Der Dezember bringt in Ayutthaya auch kulturelle Besonderheiten mit sich. Die Temperaturen laden dazu ein, die Ruinen ausgiebig zu erkunden, ohne unter der sonst üblichen Hitze zu leiden. Gleichzeitig ist es die Zeit, in der lokale Festivals stattfinden und die Stadt eine besonders lebendige Atmosphäre ausstrahlt. Abends, wenn die beleuchteten Tempel sich in den Flüssen spiegeln, entfaltet Ayutthaya einen ganz eigenen Zauber, den man am besten mit Freunden teilt – bei einem kühlen Getränk an einem der Flussufer-Cafés, während man den Tag Revue passieren lässt und bereits Pläne für den nächsten schmiedet.
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