Die PlayStation 5 von Sony steckt voller Funktionen zur Performance-Optimierung, die viele Spieler noch nicht vollständig ausschöpfen. Wer seine Konsole wirklich auf Höchstleistung bringen möchte, sollte die wichtigsten Einstellungen kennen und richtig nutzen. Dabei kursieren im Netz allerdings auch einige Mythen rund um die PS5, die einer genaueren Betrachtung bedürfen.
Der Mythos vom geheimen Boost-Modus
Im Internet findet man immer wieder Berichte über einen versteckten Boost-Modus, der sich angeblich durch dreimaliges schnelles Drücken der PS-Taste aktivieren lässt. Diese Behauptung gehört jedoch ins Reich der Gaming-Legenden und lässt sich durch keine offiziellen Quellen bestätigen. Weder Sony noch seriöse Fachmedien dokumentieren eine solche Funktion für die PlayStation 5.
Die Realität sieht anders aus: Performance-Optimierungen auf der PS5 erfolgen ausschließlich über die Systemeinstellungen im Menü. Es gibt keine versteckten Tastenkombinationen, die ein spezielles Performance-Fenster öffnen oder die Leistung der Konsole auf Knopfdruck steigern. Wer mehr Leistung herausholen will, muss sich mit den echten Einstellungen beschäftigen.
Die echten Performance-Funktionen der PS5
Sony hat der PlayStation 5 durchaus leistungsstarke Optimierungsmöglichkeiten spendiert – nur funktionieren diese anders als in manchen Gerüchten beschrieben. Die wichtigsten Features sind über das Systemmenü zugänglich und bieten spürbare Verbesserungen beim Gaming-Erlebnis.
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Performance-Modus und Auflösungs-Modus. Diese Einstellung lässt sich unter Spielvoreinstellungen festlegen und bestimmt, ob Spiele hohe Bildraten oder maximale Grafikqualität priorisieren sollen. Der Performance-Modus strebt 60 oder sogar 120 Bilder pro Sekunde an, während der Auflösungs-Modus auf höchste visuelle Details bei stabileren 30 FPS setzt.
120 Hz richtig aktivieren
Eine der wirkungsvollsten Einstellungen findet sich unter Bildschirm und Video in den Systemeinstellungen. Hier lässt sich die 120-Hz-Ausgabe aktivieren – vorausgesetzt, der angeschlossene Fernseher oder Monitor unterstützt diese Bildwiederholrate.
Die Aktivierung erfolgt über den Pfad Einstellungen, dann Bildschirm und Video, anschließend Videoausgabe. Dort findet sich die Option zur Aktivierung der 120-Hz-Ausgabe. Wichtig dabei: Nicht jedes Spiel nutzt diese Funktion automatisch. Viele Titel müssen in ihren eigenen Grafikeinstellungen entsprechend konfiguriert werden.
Die höhere Bildwiederholrate macht sich besonders bei schnellen Action-Spielen, Shootern und Rennspielen bemerkbar. Die Bewegungen wirken deutlich flüssiger, und die Reaktionszeit verbessert sich spürbar. Wer kompetitiv spielt, sollte diese Option definitiv nutzen.
Game Boost für PS4-Spiele
Eine tatsächlich existierende Boost-Funktion gibt es für ältere PS4-Titel auf der PS5 Pro. Diese Funktion heißt Game Boost und verbessert die Bildqualität von PS4-Spielen durch verbesserte Auflösung und stabilere Bildraten.
Die Aktivierung erfolgt ebenfalls im Menü unter Einstellungen, dann Bildschirm und Video, Videoausgabe und schließlich über die Option Bildqualität für PS4-Spiele verbessern. Diese Funktion arbeitet automatisch im Hintergrund und erfordert keine weiteren Eingriffe während des Spielens.
Besonders ältere Open-World-Spiele wie Ghost of Tsushima oder God of War profitieren von dieser Verbesserung. Titel, die auf der PS4 mit schwankenden Bildraten oder dynamischer Auflösung kämpften, laufen auf der PS5 deutlich stabiler und sehen beeindruckend besser aus.
Welche Spiele profitieren von den Optimierungen
Nicht alle Spiele reagieren gleich auf die verschiedenen Einstellungen der PlayStation 5. Grundsätzlich lassen sich mehrere Kategorien unterscheiden:

- PS4-Spiele mit ungesperrter Framerate: Diese Titel zeigen die deutlichsten Verbesserungen auf der PS5, da sie die zusätzliche Leistung direkt in höhere Bildraten umsetzen können.
- Spiele mit dynamischer Auflösung: Titel, die ihre Auflösung je nach Belastung anpassen, halten auf der PS5 häufiger die maximale Auflösung konstant bei.
- Native PS5-Spiele mit Performance-Modi: Neuere Titel bieten oft eigene Performance-Optionen, die mit den Systemeinstellungen zusammenarbeiten.
Viele Entwickler haben ihre Spiele mittlerweile auch mit speziellen PS5-Patches versehen, die zusätzliche Grafikmodi oder verbesserte Ladezeiten ermöglichen. Diese Updates nutzen die Hardware der Konsole optimal aus, ohne dass Nutzer selbst Einstellungen vornehmen müssen.
Performance-Modus oder Auflösungs-Modus richtig wählen
Die Wahl zwischen diesen beiden Modi hängt stark von persönlichen Vorlieben und dem gespielten Genre ab. Competitive-Shooter und schnelle Action-Spiele profitieren enorm von hohen Bildraten. Die verbesserte Reaktionszeit kann in Online-Matches den entscheidenden Vorteil bringen.
Story-lastige Adventures oder cineastische Spiele hingegen beeindrucken oft mehr im Auflösungs-Modus. Die höhere Detaildichte und besseren Lichteffekte tragen zur Atmosphäre bei, während die niedrigere Bildrate bei ruhigeren Spielabläufen kaum ins Gewicht fällt.
Die Systemeinstellung unter Spielvoreinstellungen legt nur den Standard fest. Viele Spiele erlauben es, diese Einstellung individuell im eigenen Grafikmenü zu überschreiben. So lässt sich für jedes Spiel separat entscheiden, welcher Modus am besten passt.
Weitere Optimierungen für bessere Performance
Neben den Software-Einstellungen gibt es auch praktische Maßnahmen, die zur optimalen Leistung beitragen. Die regelmäßige Reinigung der Lüftungsschlitze verhindert Staubansammlungen, die die Kühlleistung beeinträchtigen können. Eine überhitzte Konsole drosselt automatisch ihre Leistung, um Schäden zu vermeiden.
Die Platzierung der PlayStation 5 spielt ebenfalls eine Rolle. Ausreichend Abstand zu Wänden und eine gute Luftzirkulation sorgen dafür, dass das Kühlsystem effizient arbeiten kann. Die PS5 sollte niemals in einem geschlossenen Schrank betrieben werden.
Eine schnelle SSD als erweiterten Speicher zu nutzen, verbessert vor allem die Ladezeiten. Die PS5 unterstützt PCIe 4.0 SSDs, die bei korrekter Auswahl sogar schneller als der interne Speicher arbeiten können. Kürzere Ladezeiten bedeuten weniger Wartezeit und ein flüssigeres Gesamterlebnis.
Mythen und Fakten auseinanderhalten
Die Gaming-Community ist voller Tipps und Tricks, doch nicht alle halten einer Überprüfung stand. Versteckte Tastenkombinationen für Performance-Schübe gehören zu den hartnäckigsten Urban Legends im PlayStation-Universum. Sony dokumentiert alle offiziellen Funktionen transparent in den Systemeinstellungen und im Support-Bereich.
Wer unsicher ist, ob eine bestimmte Optimierung echt ist, sollte auf offizielle Quellen zurückgreifen. Die PlayStation-Website und seriöse Fachmedien bieten verlässliche Informationen zu allen verfügbaren Features. Experimentieren mit unbestätigten Tricks kann im besten Fall wirkungslos sein, im schlimmsten Fall aber auch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.
Die PS5 bietet auch ohne versteckte Funktionen genug echte Möglichkeiten zur Performance-Steigerung. Die vorhandenen Einstellungen richtig zu nutzen, bringt bereits deutlich spürbare Verbesserungen beim Spielerlebnis. Wer sich die Zeit nimmt, die Optionen durchzugehen und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, holt das Maximum aus seiner Konsole heraus.
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