So spart ihr bis zu 60 GB Speicher: Der WhatsApp-Trick, den die meisten Deutschen nicht kennen

WhatsApp-Backups können sich als echte Datenfresser entpuppen. Wer seine Chats, Fotos und Videos regelmäßig in Google Drive oder iCloud sichert, merkt schnell, wie das monatliche Datenvolumen dahinschmilzt und der Cloud-Speicher sich füllt. Dabei lässt sich mit wenigen gezielten Einstellungen massiv an mobilen Daten und Speicherplatz sparen, ohne auf die Sicherheit der Chat-Verläufe verzichten zu müssen. Die Lösung liegt in der intelligenten Konfiguration der Backup-Einstellungen in WhatsApp.

Warum automatische Backups euer Datenvolumen verschlingen

WhatsApp erstellt standardmäßig regelmäßige Sicherungen aller Konversationen, Medien und Dateien. Grundsätzlich eine fantastische Funktion, die verhindert, dass bei einem Gerätewechsel oder technischen Problem plötzlich alles weg ist. Doch die Schattenseite: Wenn diese Backups über mobile Daten laufen, kann ein einziges Backup je nach Chat-Verlauf mehrere Hundert Megabyte oder sogar Gigabyte verschlingen. Bei wöchentlichem oder täglichem Backup-Rhythmus wird das schnell zum massiven Problem für alle ohne Unlimited-Tarif.

Besonders heimtückisch wird es in Gruppenchats, in denen ständig Videos geteilt werden. Ein einminütiges HD-Video von der Handy-Kamera verbraucht etwa 15 MB, direkt in WhatsApp aufgenommene Videos können bis zu 28 MB groß sein. Wenn davon dutzende in eurem Backup landen, explodiert nicht nur der Datenverbrauch, sondern auch der belegte Speicherplatz in der Cloud dramatisch.

So stellt ihr das Backup auf WLAN um

WhatsApp bietet eine simple Möglichkeit, Backups ausschließlich über WLAN durchzuführen. Der Weg dorthin unterscheidet sich minimal zwischen Android und iOS, ist aber in beiden Fällen innerhalb von Sekunden erledigt.

Anleitung für Android-Nutzer

Öffnet WhatsApp und tippt auf die drei vertikalen Punkte oben rechts. Navigiert zu Einstellungen und wählt dann Chats aus. Hier findet ihr die Option Chat-Backup. Sobald ihr diese antippt, seht ihr verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten. Der entscheidende Punkt ist Sichern über. Tippt darauf und wählt Nur WLAN statt der Standardeinstellung, die meist auf „WLAN oder Mobilfunknetz“ steht.

Anleitung für iPhone-Besitzer

Bei iOS ist der Prozess genauso unkompliziert. Öffnet WhatsApp und geht unten rechts auf Einstellungen. Von dort navigiert ihr zu Chats und dann zu Chat-Backup. Scrollt nach unten bis zur Option Automatisches Backup und wählt die gewünschte Frequenz aus. Direkt darunter findet ihr die Einstellung für die Netzwerkverbindung. Deaktiviert hier die Option für mobile Daten, sodass Backups nur noch über WLAN erstellt werden.

Videos vom Backup ausschließen: Der Gamechanger für Speicherplatz

Wer wirklich massiv Speicherplatz sparen möchte, sollte sich die Frage stellen: Brauche ich wirklich alle empfangenen Videos im Backup? In den meisten Fällen lautet die Antwort nein. Lustige Clips, Memes und andere kurzlebige Inhalte müssen nicht zwingend für die Ewigkeit gesichert werden. Wichtige Videos könnt ihr gezielt in der Foto-Galerie eures Smartphones speichern.

In den gleichen Backup-Einstellungen findet ihr die Option Videos einbeziehen. Diese ist standardmäßig aktiviert. Schaltet ihr sie aus, werden bei zukünftigen Backups keine Videos mehr in die Cloud hochgeladen. Das kann die Backup-Größe dramatisch reduzieren, da Videos die größten Speicherfresser in WhatsApp sind. Bei Nutzern, die viele Videos austauschen, macht sich dieser Unterschied besonders deutlich bemerkbar.

Der smarte Mittelweg

Manche von euch möchten vielleicht einen Mittelweg gehen: Videos generell ausschließen, aber wichtige Clips manuell sichern. Das funktioniert hervorragend, indem ihr bedeutsame Videos in eurem Smartphone-Backup via Google Fotos, iCloud Photos oder andere Dienste ablegt. So habt ihr die Kontrolle darüber, welche Inhalte wirklich gesichert werden, und verschwendet keinen Speicherplatz für flüchtige Inhalte.

Backup-Frequenz intelligent wählen

Ein weiterer oft übersehener Optimierungshebel ist die Häufigkeit der Backups. WhatsApp bietet verschiedene Intervalle: täglich, wöchentlich, monatlich oder manuell. Für die meisten Nutzer ist ein wöchentliches Backup vollkommen ausreichend. Überlegt mal ehrlich: Wie oft wechselt ihr euer Smartphone oder müsst WhatsApp neu installieren? Vermutlich nicht besonders häufig.

Ein tägliches Backup macht hauptsächlich dann Sinn, wenn ihr geschäftlich auf WhatsApp angewiesen seid und täglich kritische Informationen austauscht. Für den Privatgebrauch reicht wöchentlich oder sogar monatlich völlig aus. Das spart nicht nur Datenvolumen und Cloud-Speicher, sondern schont auch euren Smartphone-Akku, da regelmäßige Upload-Vorgänge durchaus Energie kosten.

Cloud-Speicher im Blick behalten

Es lohnt sich, regelmäßig zu prüfen, wie viel Speicherplatz eure Backups belegen. Nutzer berichten in extremen Fällen von bis zu 60 GB verbrauchtem Speicher durch WhatsApp, was zeigt, dass große Medienmengen sich dramatisch auswirken können. Bei Android könnt ihr das Speicherplatz-Management in der Cloud in den Google Drive-Einstellungen unter Speicher prüfen, bei iOS in den iPhone-Einstellungen unter eurem Namen und dann iCloud > Speicher verwalten > WhatsApp.

Zusätzliche Tipps für die perfekte Backup-Strategie

Neben der WLAN-Einschränkung und dem Ausschließen von Videos gibt es weitere Kniffe, die euer Backup-Management optimieren:

  • Alte Chats archivieren oder löschen: Konversationen, die ihr seit Monaten nicht mehr geöffnet habt, müssen nicht unbedingt gesichert werden. Archiviert oder löscht sie, um die Backup-Größe zu reduzieren.
  • Medien-Download einschränken: In den WhatsApp-Einstellungen unter Speicher und Daten könnt ihr festlegen, welche Medientypen automatisch heruntergeladen werden. Weniger Downloads bedeuten kleinere Backups.

Sicherheit nicht vergessen

WhatsApp bietet mittlerweile Ende-zu-Ende-verschlüsselte Backups an. Das erhöht die Sicherheit eurer Daten erheblich, ohne dass es zusätzlichen Speicherplatz kostet. Ihr könnt die Backup-Verschlüsselung aktivieren, indem ihr in den Backup-Einstellungen die entsprechende Option auswählt und ein Passwort oder einen 64-stelligen Verschlüsselungsschlüssel festlegt. Gerade wenn sensible Informationen in euren Chats landen, solltet ihr diese Funktion unbedingt nutzen.

Was passiert ohne WLAN-Zugang?

Eine berechtigte Frage: Wenn ihr das Backup auf WLAN beschränkt habt und längere Zeit kein WLAN zur Verfügung steht, wird natürlich auch kein Backup erstellt. Das ist der Trade-off für die Datenersparnis. In der Praxis ist das für die wenigsten ein Problem, da die meisten Menschen regelmäßig zu Hause, im Büro oder an anderen Orten mit WLAN-Zugang sind.

Solltet ihr tatsächlich längere Zeit ohne WLAN unterwegs sein, etwa auf einer mehrwöchigen Reise, könnt ihr die Einstellung temporär ändern oder ein manuelles Backup über mobile Daten anstoßen, wenn euch das wichtig ist. Vor einem Gerätewechsel oder einer Smartphone-Reparatur solltet ihr ohnehin manuell ein Backup erstellen, um sicherzugehen, dass alles Wichtige gesichert ist.

Spürbare Verbesserung garantiert

Die Umstellung auf WLAN-only-Backups und das Ausschließen von Videos sind zwei simple Maßnahmen mit großer Wirkung. Ihr spart nicht nur mobiles Datenvolumen, das ihr für andere Zwecke nutzen könnt, sondern auch wertvollen Cloud-Speicher. Gleichzeitig verkürzen sich die Backup- und Wiederherstellungszeiten, da weniger Daten übertragen werden müssen. Diese Optimierung zahlt sich also mehrfach aus und sollte bei jedem WhatsApp-Nutzer zur Standardkonfiguration gehören. Probiert es aus und beobachtet selbst, wie sich euer Datenverbrauch und die Cloud-Speicher-Auslastung in den kommenden Wochen entwickeln.

Wie viel GB belegt dein WhatsApp-Backup aktuell?
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Keine Ahnung

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