Mars aktuell: Warum die Raumsonde MAVEN für Schlagzeilen sorgt
Der Rote Planet Mars dominiert derzeit die Nachrichtenlage und Suchmaschinen – doch diesmal geht es nicht um spektakuläre Entdeckungen oder neue Rover-Selfies. Seit Anfang Dezember ist die NASA-Raumsonde MAVEN verstummt und hat den Kontakt zur Erde verloren. Die Mars-Sonde trudelt möglicherweise unkontrolliert in ihrer Umlaufbahn, was nicht nur die Marsforschung gefährdet, sondern auch die Kommunikation mit den aktiven Rovern Perseverance und Curiosity beeinträchtigt. Das plötzliche Funkstille der wichtigen Atmosphärensonde hat weltweit für erhöhte Suchanfragen gesorgt und macht deutlich, wie fragil unsere Präsenz auf dem Roten Planeten noch immer ist.
Die Situation ist ernster als zunächst angenommen. MAVEN funktioniert seit 2014 als unverzichtbares Kommunikationsrelais zwischen Erde und den beiden Marsrovern. Seit dem 4. Dezember empfängt die NASA keine Telemetriedaten mehr von der Sonde. Erste ausgewertete Funksignale deuten darauf hin, dass sich MAVEN beim Wiederauftauchen hinter dem Mars unerwartet gedreht hat – ein Zustand, der nichts Gutes verheißt. Die Ingenieure vermuten, dass die Sonde unkontrolliert durch ihre Umlaufbahn trudelt, können aber noch nicht genau sagen, warum. Medienhäuser von stern bis Space.com berichten intensiv über das Drama im Weltall.
MAVEN Sonde: Mehr als nur ein Forschungsinstrument
Das Problem mit MAVEN geht weit über den Verlust eines einzelnen Forschungsinstruments hinaus. Die Sonde spielt eine zentrale Rolle im gesamten Mars-Kommunikationsnetzwerk. Ohne sie müssen andere Orbiter wie der Mars Reconnaissance Orbiter Zusatzschichten einlegen, um die Datenübertragung von den Rovern zu übernehmen. Das ist ein logistischer Kraftakt, der die Planung der täglichen Rover-Operationen erheblich erschwert. MAVEN untersucht seit Jahren die Marsatmosphäre und hilft Wissenschaftlern zu verstehen, wie der Planet seine einst dicke Lufthülle verloren hat. Ohne diese Daten fehlt ein entscheidendes Puzzleteil im großen Bild der Marsgeschichte.
Roter Planet Mars: Warum er uns nicht loslässt
Mars ist der vierte Planet von der Sonne und trägt seinen Beinamen Roter Planet wegen seiner rostigen, eisenoxidhaltigen Oberfläche. Etwa halb so groß wie die Erde, mit einer hauchdünnen Atmosphäre und eisigen Temperaturen, scheint er auf den ersten Blick lebensfeindlich. Doch unter dieser kargen Oberfläche verbirgt sich eine faszinierende Geschichte. Ausgetrocknete Flusstäler, uralte Seebecken und Mineralienablagerungen deuten darauf hin, dass Mars einst flüssiges Wasser besaß – vielleicht sogar Ozeane. Diese Wasservergangenheit macht den Roten Planeten zu einem der spannendsten Orte im Sonnensystem für die Suche nach ehemaliger oder verborgener Lebensform.
Unter den Polkappen und möglicherweise tief unter der Oberfläche lagert Eis. Jede neue Marsmission wirft die gleichen spannenden Fragen auf: Gab es dort einmal Leben? Könnte es noch welches geben? Oder könnten wir selbst eines Tages dort leben? Diese Fragen treiben nicht nur Wissenschaftler um, sondern faszinieren Menschen weltweit.
Marsforschung gestern und heute: Von Kriegsgöttern zu Raumsonden
Schon in der Antike fiel der Planet durch seine markante rote Farbe auf und wurde mit Krieg assoziiert – der römische Kriegsgott Mars und der griechische Ares gaben ihm seinen Namen. Seit dem 19. Jahrhundert befeuerte Mars die Fantasie von Science-Fiction-Autoren, von H.G. Wells‘ Krieg der Welten bis zu modernen Blockbustern wie Der Marsianer. Doch die reale Marsforschung ist mindestens ebenso spannend wie jede Fiktion.
Seit den 1960er-Jahren schicken Raumfahrtagenturen Sonden zum Mars – zunächst einfache Vorbeiflüge, später Orbiter und Lander. Heute kreisen mehrere Satelliten um den Roten Planeten. Der Mars Reconnaissance Orbiter hat kürzlich sein 100.000stes Bild aufgenommen, ein beeindruckendes Archiv, das zeigt, wie intensiv wir den Planeten mittlerweile kartografieren. Parallel dazu haben Wissenschaftler kürzlich alte Mars-Flussbecken erstmals detailliert kartografiert, und Aufnahmen von Staubteufeln, die auf dem Mars elektrisch knistern, machen Runden in den sozialen Medien.
NASA Mars Mission: Was der Kontaktverlust bedeutet
Die aktuellen Suchanfragen zu Mars sind kein Zufall. Die Nachricht vom Kontaktverlust zu MAVEN hat eine Kettenreaktion ausgelöst. Menschen wollen verstehen, wie ernst die Lage ist, was das für die Rover bedeutet und ob die Sonde noch zu retten ist. Jeder Tag ohne Signal erhöht die Unsicherheit. Die NASA-Teams arbeiten fieberhaft daran, den Kontakt wiederherzustellen, doch sollte die Sonde tatsächlich dauerhaft verloren sein, wäre das ein herber Rückschlag für die Marsforschung und ein Weckruf für künftige Missionen. Der Vorfall zeigt deutlich die Risiken der Raumfahrt und macht klar, wie fragil unsere technologische Präsenz auf anderen Planeten noch ist. Der Mars bleibt unser faszinierendster Nachbar und das wahrscheinlichste Ziel für eine bemannte Mission in den kommenden Jahrzehnten – ein wissenschaftlicher Schatz, der noch lange nicht ausgeschöpft ist.
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